Abnehm-Fehler #7 und #8

Du bekommst gleich wieder leicht lesbaren Input zu zwei weiteren typischen Fehlern beim Abnehmen. Hier mit den klassischen Abnehm-Fehlern Nummer 7 und 8. Wie schon auf den vorhergehenden Seiten wirst du auch diesmal mit jedem Aaah und Oooh besser verstehen, was läuft. Und je besser du verstehst, umso größer wird DEIN Erfolg beim Abnehmen.

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Abnehm-Fehler #7: Radikale Fastenkuren

"Je mehr Kalorien ich einspare, umso schneller nehme ich ab." Das klingt logisch, funktioniert so aber nicht. Zumindest nicht, wenn du Fett abnehmen willst.

Was passiert denn, wenn du zu viele Kalorien einsparst? Ich erklär dir das mal ganz einfach und deshalb nicht immer wissenschaftlich exakt. Ok?

Evolutionär gesehen ist eine extreme Diät für deinen Körper eine Hungersnot. Die Folge: Der Körper schaltet um in ein Hungersnot-Überlebensprogramm, das du mit deinem Verstand nicht steuern kannst. Es läuft seit Jahrtausenden gleich ab:

Zunächst spart der Körper Energie ein, wo es nur geht. Der Stoffwechsel fährt drastisch herunter. Du fühlst dich müde, schlapp und unkonzentriert, frierst leichter, die gute Laune ist dahin. Du hast auch weniger Lust, dich zu bewegen. Dein Grundumsatz sinkt - um bis zu 40%. Deine Gehirnleistung auch. Um bis zu 70%.

Klar ist, dass die Steuerungseinheit, also dein Gehirn, in diesem Notfallprogramm höchste Priorität hat. Dessen Energieversorgung wird also um jeden Preis sichergestellt. Bevorzugte Energiequelle ist Glucose. Deshalb werden zunächst Kohlenhydrate mobilisiert. Die sind als Glykogen vor allem in Leber und Muskulatur gespeichert. Deine Waage ist höchst erfreut und zeigt einen Gewichtsverlust an. Für jedes Gramm Kohlenhydrate aus diesen Speichern werden nämlich 3 Gramm Wasser freigesetzt. 1g Kohlenhydrate, 3g Wasser - k e i n  Gramm Fett.

Kohlenhydrat-Speicher

Aber erst mal weiter. Diese Kohlenhydrat-Speicher sind nach spätestens 48 Stunden leer.

Um rasch an mehr Glucose - den Lieblingstreibstoff unseres Gehirns - zu kommen, nutzt unser Körper die Möglichkeit, Glucose aus Eiweiß selber herzustellen. Er braucht dazu bestimmte Eiweiß-Bausteine. Und genau die findet er reichlich in der Muskulatur. Es wird also Muskelmasse abgebaut. Bis zu 70g pro Tag.

Weniger Muskelmasse bedeutet weniger Grundumsatz und weniger Kalorienbedarf. Aus Sicht des Notfallprogramms ist das genial. Aus Abnehmsicht eher katastrophal.

Parallel läuft die Fettverbrennung langsam an. Das ist für deinen Körper die unbeliebteste, weil aufwändigste Art Energie zu gewinnen. Der Körper hat aber keine andere Wahl. Er muss nach und nach immer mehr Energie aus den Fettdepots beziehen, um die Muskulatur funktionsfähig zu erhalten. Denk zum Beispiel mal an deinen Herzmuskel. So weit, so gut. Ab jetzt bist du da, wo du hin wolltest: Bei der Fettverbrennung.

Wenn du nun irgendwann deine Diät beendest und wieder zu deinem normalen Essverhalten zurückkehrst, nimmst du zu. Und zwar ziemlich schnell. Denn das Notfallprogramm ist noch nicht beendet. Dein Grundumsatz wird immer noch einige Zeit auf Sparflamme weiterlaufen. Und alles an Energie, was in diesem Sparprogramm nicht benötigt wird, füllt die Fettdepots wieder auf. Denn es könnte ja sein, dass demnächst noch schlechtere Zeiten kommen. Du kennst das als Jojo-Effekt.

Um den zu vermeiden, solltest du, egal bei welcher Diät, max. 500 kcal unter deinem Tagesumsatz liegen - MAXIMAL – oder, was ich einfacher finde, auf keinen Fall unter deinem Grundumsatz!

Abnehm Fehler #8: Eingespielte Essgewohnheiten

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns im Leben stolpern lassen. Beim Essen und Trinken sind das kleine Essgewohnheiten. Hier ein paar typische Beispiele:

Du isst immer auf

Du hast als Kind schon gelernt: Was auf den Teller kommt, wird aufgegessen. Als Kind hattest du meist keine andere Wahl. Aber heute hast du sie!

Weder zuhause noch im Restaurant musst du aufessen. Und schon gar nicht das, was dein Partner oder deine Kinder stehen lassen. „Man soll kein Essen wegwerfen.“ „Essen kostet Geld, gerade im Restaurant“. Stimmt! Aber, egal wie viele Gründe du fürs Aufessen findest. Es gibt einen entscheidenden dagegen: Du schadest deinem Körper.

Denk daran, du hast nur diesen einen. Und einen neuen kannst du dir für kein Geld der Welt kaufen.

Du isst Obst zwischendurch

Du denkst, man kann gar nicht genug Obst essen? Das kann gut sein, is(s)t aber eigentlich der größte Fehler beim Abnehmen, der beste Abnehmtrick! Wenn du aber einfach abnehmen willst, gelten etwas andere Regeln. Denn Obst hat mehr Kalorien als uns bewusst ist. Und gerade weil Obst gesund ist, verlieren wir diese Kalorien allzu leicht aus dem Blick.

Hast du daran gedacht, dass das meiste Obst auch Zucker enthält? Fruchtzucker. Und dieser Fruchtzucker erhöht deine Insulinausschüttung wie jeder andere Zucker auch. Was es damit auf sich hat, liest du auf der nächsten Seite bei Fehler Nummer 9 – die Insulinfalle / Heißhungerfalle.

Ich mach’s kurz: Beim Abnehmen empfiehlt es sich, Obst am besten nach einer Mahlzeit zu essen, sozusagen als Dessert. Isst du es auch zwischendurch, machst du dir das Abnehmen unnötig schwer.

Du isst zu oft

Diät wird ja oft mit Hungern gleichgesetzt. Kein Hunger durch mehrere kleine Mahlzeiten - das klingt fantastisch, ja sogar irgendwie logisch. Wer will denn schon hungern? Aber: Je mehr Mahlzeiten du zu dir nimmst, umso eher verlierst du die Kalorien aus dem Blick. Und die Gefahr ist groß, dass du mehr zu dir nimmst, als du brauchst. Durch genaues Wiegen und Messen kriegst du das sicher in den Griff. Es gibt allerdings noch ein zweites Aber: Mit vielen kleinen Mahlzeiten trainierst du dir dein natürliches Hungergefühl ab. Und ein drittes Aber: Unser Körper ist nicht dafür ausgelegt, sich 4, 5 Mal am Tag mit Essen auseinander zu setzen. Oder denkst du, dass wir uns in den letzten paar Generationen genetisch so verändert haben? Mit 5 Mahlzeiten pro Tag läuft die Verdauungsmaschinerie permanent und verliert ihre Ruhepausen. Dein Körper muss damit klar kommen, ob er will oder nicht. Das ist so, wie wenn du in deinem Job Tag für Tag ohne Pausen durcharbeiten müsstest.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass wir spielend 4-5 Stunden ohne Nahrung und ohne Hungergefühl auskommen können. Wenn wir das Richtige essen.

Du isst zu viele industriell verarbeitete Lebensmittel

Hohe Arbeitsbelastung und wenig Zeit zum Kochen. Du kennst das. Nutzt du gern praktische Fix-und-Fertig Gerichte? Fastfood oder Take away? Das meiste davon ist appetitlich und macht schnell und einfach satt. Wenn du aber abnehmen willst, solltest du besser die Finger davon lassen – zumindest an den meisten Tagen. Wenn du an dieser Stelle ein gutes Gewissen hast, weil du möglichst Produkte ohne Zusatzstoffe kaufst, dann überlege das nochmal: „Ohne Zusatzstoffe“ – trotzdem gefärbt, aromatisiert und im Geschmack verstärkt.... Und wenn du glaubst, dass „weniger süß“ auch „weniger Kalorien“ bedeutet, dann könnte dich das hier auch noch interessieren: Mehr zum Thema Wahrheit und Klarheit bei der Lebensmittel-Kennzeichnung findest du hier… https://www.lebensmittelklarheit.de/

Abgesehen von den Farb- und Konservierungsstoffen, den Aromen und den Geschmacksverstärkern, die den Appetit anregen, enthalten die meisten Schnell-und-Einfach-Gerichte oft gerade diejenigen Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen. Du bist wirklich schnell und einfach satt. Aber leider nicht lange.

Denn nach ein, zwei Stunden, wenn der Blutzuckerspiegel rapide abfällt, ist auch der Hunger wieder da. Und du isst. Nur einen Keks. Nur einen Apfel. Whatever - du isst! Mehr als du brauchst. Das ist ein ziemlicher Teufelskreis. Aber du hast jeden Tag die Möglichkeit, diesem Teufelskreis zu entkommen.

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Abnehmtrick Endspurt:

Abnehmfehler 9 bis 11

 

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